sonne in sternenform in lichtem grünen wald

Die Belichtungszeit – Grundelement der Fotografie

welle bricht über seebrücke mit gelber Leuchtbake zum sonnenuntergang

Nach Blende und ISO/Lichtempfindlichkeit stürzen wir uns nun gleich auf ein weiteres Grundelement der Fotografie: die Belichtungszeit. Hier kann ich mir, und dir ;), lange Erklärungen glücklicherweise sparen. Denn die Definition steckt schon im Begriff. Mit der Belichtungszeit steuerst du wie lange Film/Sensor belichtet werden. In den Anfängen der Fotografie nahm man dazu einfach die Kappe vom Objektiv. Heutzutage öffnet sich ein Verschluss, hinter dem der Film/Sensor liegt.

Kurze Belichtungszeit

Soweit so einfach. Du ahnst es vielleicht schon: damit ist es aber nicht getan. Denn auch mit der Belichtungszeit lässt es sich hervorragend spielen. Mit sehr kurzen Belichtungszeiten (also im Bereich der Tausendstelsekunde, auf Kameras folgendermaßen dargestellt: „1/2000“) kannst du Bewegungen einfrieren. Beispielsweise einen rennenden Hund oder Wellen, die über einem Hindernis brechen. Das kann sehr spektakulär wirken.

kurze belichtungszeit krachende welle über betonbunker
Mit einer sehr kurzen Belichtungszeit kannst du die Welle „einfrieren“. Jeder Wassertropfen ist zu erkennen.

Lange Belichtungszeit

Mit langen Belichtungszeiten kannst du Bewegungen verschwimmen lassen. Das kann bei Wasser sehr malerisch wirken. Oder auch Dynamik signalisieren. Sicher kennst du aus alten Cartoons die Beine, die zu rotierenden Scheiben werden, wenn Jerry mal wieder nur knapp Toms fiesen Anschlägen entgeht. 🙂 Ganz so extrem klappt das in der Fotografie natürlich nicht. Aber um Bewegung in einem statischen Medium darzustellen, reichen leicht verschwommene Räder oder auch Wellenränder.

längere belichtungszeit mit verschwommener welle am strand zum sonnenuntergang
Bei Belichtungszeiten von etwa 1/5 Sekunde verwischen die Wellen, sind aber noch als solche zu erkennen.
sehr lange belichtungszeit miclhiges wasser am strand zum sonnenuntergang
Durch die lange Belichtungszeit erscheint die Ostsee eher wie Nebel. Die Wolken verschwimmen ebenfalls, da sie in den 4min Belichtung weiterzogen.

Achtung! Stativ oder feste Unterlage sind Pflicht

Bei solch langen Belichtungszeiten kommst du um eine feste Unterlage für deine Kamera, wie etwa ein Stativ, nicht mehr herum. Denn mit längeren Belichtungszeiten steigt auch die Gefahr des Verwackelns. Du kannst die Kamera noch so ruhig halten, irgendwie bewegst du dich immer ein bisschen. Es gibt zwar Stabilisatoren, die diese Bewegungen ausgleichen. Zaubern können die aber auch nicht.

Häufig wird die Belichtungszeit auch verändert, wenn du eine Belichtungsreihe aufnimmst. Besonders dann, wenn du Bilder mit der Sonne aufnehmen möchtest. Zum Thema Sonnenuntergang fotografieren gibt es übrigens einen weiteren Beitrag… 🙂

Für Aufnahmen aus der Hand gibt es eine Faustregel: Brennweite = minimale Belichtungszeit. Soll heißen: Bei einem Objektiv mit 50mm Brennweite kannst du ohne Verwacklung mit 1/50s aus der Hand fotografieren. Bei 300mm 1/300s, bei 12mm 1/12s. Was es mit der Brennweite auf sich hat, kommt im späteren Verlauf. 🙂

Zusammenfassung

Kurze Zusammenfassung des Gelernten:

  • Mit der Belichtungszeit steuerst du die Dauer des Lichteinfalls auf den Sensor/Film
  • Mit kurzen Belichtungszeiten kannst du Bewegungen „einfrieren“
  • Lange Belichtungszeiten lassen Bewegungen verschwimmen
  • bei langen Belichtungszeiten benötigst du eine Unterlage/Stativ
  • lange Belichtungszeiten bergen die Gefahr des Verwackelns
  • Faustregel: Brennweite = 1/minimale Belichtungszeit in Sekunden
rennender hund am strand von vorn mit kurzer belichtungszeit
Für einen Hund in vollem Lauf brauchst du extrem kurze Belichtungszeiten. Hier öffnete sich der Verschluss für 1/1250 Sekunde.

Neugierig geworden? Dann schnapp‘ dir deine Kamera und schraube sie auf ein Stativ oder stell‘ sie auf eine stabile Unterlage. Statt des Modus „A“ (oder „Av“) für die Blendenwahl, wählst du jetzt den Modus „S“ (bei Canon und Pentax „Tv“). Jetzt kannst du lustig mit der Belichtungszeit spielen. Deine Kamera berechnet dann den Rest. Dieser Modus ist besonders nützlich, wenn du Bewegungen fotografieren möchtest und du ebendiese „einfrieren“ willst. Ganz praktisch bedeutet das: Willst du deinen Hund in vollem Lauf knackscharf fotografieren, darf die Belichtungszeit nicht unter 1/800s liegen. Andernfalls verwischt dir der Hund, weil er sich zu schnell bewegt. Oder aber du willst einen Fluss als milchig-weißen Nebel darstellen. Dann benötigst du sehr lange Belichtungszeiten. Nutzt du nun den Modus „S“ kannst du dich voll und ganz auf dein Motiv konzentrieren. Die Kamera berechnet die richtige Belichtung mit Blende und ISO-Wert.

Die Belichtungszeit – Grundelement der Fotografie
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